Ich habe mal an euch geglaubt – Ein Vorwurf an die Piratenpartei

Liebe Piratenpartei!

Ihr, die ihr mal angetreten seid um meine Bürgerrechte auch im Netz zu vertreten, die ihr Politik anders, transparenter und mitgestaltbarer machen wolltet, die ihr die Stimme meiner Digitalen Generation in die Parlamente tragen wolltet: Ich habe mal an euch geglaubt.

Jetzt lasst ihr mich enttäuscht zurück. Jede große Idee bis zur Unkenntlichkeit zerredet, öffentlich zerstritten und zur Lachnummer des ganzen Internets geworden. Eure Chance ist vertan und das spüren auch immer mehr eurer Mitglieder.

Eure Offenheit war nur die, jeden noch so kleinen Streit in der Öffentlichkeit zu einem großen aufzubauschen. Anstatt euch um meine politischen Bedürfnisse zu kümmern, habt ihr euch damit beschäftigt euch gegenseitig als Rechts- oder Linksextremisten zu bezeichnen und euch darüber zu streiten was davon jetzt schlimmer ist. Ihr wolltet “post Gender” sein, habt aber nicht erkannt, dass das schon Feminismus ist. Stattdessen habt ihr die, die das Wort “Feminismus” benutzt haben als “Nazis” bezeichnet oder Texte bis zur Unkenntlichkeit gegendert, anstatt euch darum zu kümmern, dass Gleichberechtigung politisch durchgesetzt wird.

Anstatt mir, wie ihr es versprochen hattet, die Mitarbeit bei euch via Liquid-Feedback zu ermöglichen habt ihr das für böse erklärt und habt euch auf irgendwelchen Parteitagen in Hintertupfingen so lange über die Geschäftsordnung gestritten, bis für Inhaltliches keine Zeit mehr war. Vorschläge von Außen? Nein danke! Ständige Mitgliederversammlung oder Meinungsbildung via Internet sind bei euch nicht erwünscht. Die “Mittmachpartei” habe ich mir anders vorgestellt.

Anstatt einzusehen, dass “Themen statt Köpfe” schon immer eine doofe Idee war und man ohne erkennbare Persönlichkeiten kein Teil des öffentlichen Diskurses sein kann, jubelt ihr jetzt, wenn eure einzigen Köpfe gehen und wie man es von eurer kaputten Diskussionskultur erwarten würde tretet ihr nochmal kräftig nach.

Wo wart ihr, als auch die Anderen da draußen gemerkt haben, dass der Überwachungsstaat längst Realität ist. Welches “Gate” hat euch davon abgehalten auf den Tisch zu hauen und einen Eindruck im Politikbetrieb zu hinterlassen? Eine Partei, deren einzige Außenwirkung seit Monaten und Jahren ihre inneren Querelen sind braucht kein Mensch.

Gute Nacht, Piratenpartei. Vielleicht treffen wir uns in ein paar Jahren mal auf der Straße und dann lachen wir alle darüber, dass ich kurz mal darüber nachgedacht  habe bei euch mitzumachen.

Lizenzupdate

Ich hatte das schon länger vor und hab’s jetzt mal durchgezogen. Neben dem Update auf Version 4.0 der Creative-Commons-Lizenz, die ein paar wichtige Dinge klarer formuliert und regelt, habe ich auch den Non-Commercial-Teil gestrichen. Warum das eine gute Idee ist steht beispielsweise hier.

Python HTTP Server One Liner

Vom anyk gelernt und hier aufgeschrieben, damit ich’s nicht immer suchen muss.

In Python kann man schnell mal einen Webserver aufmachen, der das aktuelle Verzeichnis per HTTP zur Verfügung stellt.

Für Python 2.X:

Für Python 3.X:

Der Server teilt einem dann mit er würde auf IP 0.0.0.0 (was natürlich nicht stimmt) und auf einem Port (gewöhnlich 8000) lauschen. Praktisch.

Mikrofon

Wie geht eigentlich…? Eine Podcast Idee

Diese Frage stelle ich heute: mir selbst.

Ich höre ja jetzt schon relativ lange Podcasts. Die Gründe die dem ausgestrahlten Rundfunkprogramm vorzuziehen sind vielfältig und vielleicht sogar einen eigenen Post wert. An dieser Stelle aber nur der Hinweis, dass Podcasts abspielen neben Twitter und der Uhrzeit die Hauptaufgabe meines iPhones ist.

Ich trage mich jetzt schon länger mit dem Gedanken einen eigenen Podcast zu produzieren und nachdem der angedachte allgemeine Plauder-Podcast und die politikwissenschaftliche Erklärungsrunde (bisher) nicht zu Stande gekommen sind habe ich mir ein paar eigene Gedanken gemacht, was die Welt noch brauchen könnte. Dabei rausgekommen ist das Konzept zu einem fast schon klassischen Interview Format.

Es gibt da draußen ganz sicher jede Menge Leute, die wissen wie irgendwas geht, gemacht oder produziert wird, passiert oder sonst wie zustande kommt und die interessant davon erzählen können und wollen. Da kann es um Brot gehen, um Programmieren, um Politik oder um Wissenschaft, ganz egal. Der Podcast soll möglichst offen für viele Themengebiete sein und damit auch Leute außerhalb des gut bedienten Nerdpublikums ansprechen.

Am Anfang jeder Folge soll die Frage stehen, “Wie geht eigentlich [Thema der Episode]? ” Darum soll es dann mit einem Experten gehen, der in einem Strukturierten Gespräch möglichst tiefgehende Auskunft zum Thema gibt. Die resultierende Folge soll dann irgendwo um die zwei Stunden dauern, wenn nötig und möglich auch länger.

Also hier der Aufruf: wenn ihr von etwas erzählen wollt, das hier in’s Konzept passen könnte, dann meldet euch doch. Ich habe nur ein minimales Setup und quasi keine Reichweite, aber eine Menge Lust was auszuprobieren.

Free Speech

Es gibt ja so Ecken im Internet, da wird sofort “Zensur” geschrien, wenn man mal nicht jemandes Meinung ist und ihn nicht bei der Verbreitung seines offensichtlichen Unfugs unterstützen will.

Also noch mal für alles, das mit der freien Meinungsäußerung geht so:

XKCD #1357

Was über’s Fotografieren lernen

Seit ich Besitzer einer halbwegs vernünftigen Fotokamera bin ist es mir ein Anliegen damit auch richtig umgehen zu können. Das heißt nicht nur wissen was all die kleinen Knöpfchen machen, sondern sich auch fotografische Grundlagen drauf schaffen, damit am Ende gute (oder wenigstens brauchbare) Bilder rauskommen. Ressourcen dafür bietet das Internet genügend.

Da fotografieren ja ein optisches Medium ist kommt man mit dem klassischen Audiopodcast nicht so unfassbar weit. Für die weit verbreitete Gier nach Gear hier aber anderthalb Empfehlungen:

  • Happy Shooting – Deutscher Podcast, wie gesagt etwas Gear-lastig, dreht sich manchmal zu sehr um das eigene Universum, hat aber eine ganz nette Community, wenn man sich nach Google+ traut
  • Tips from the Top Floor – selbes Problem wie oben, da vom selben Menschen, aber auf Englisch. Stellenweise sehr cheesy (vor allem die Intromusik *schauder*), bespricht dafür viele interessante Hörerfragen

Die wesentlich wichtigere Quelle ist aber Youtube.

  • The Art of Photography – Ted Forbes ist studierter Fotograf und hat einen soliden fine art-Hintergrund. Die ersten Folgen behandeln fotografische Basics wie Blende, Brennweite, Bildgestaltung, später gibt es dann mal ein paar Videos zu bestimmten Kameras, Analogfotografie und Entwicklung, aber auch viel zu bekannten Fotografen und deren Werk. Dazu braucht man ein wenig Geduld, kann aber viel lernen.
  • Jared Polin – furchtbar lauter und unsympathischer Amerikaner, was er über Bilder und deren Gestaltung zu sagen hat ist aber erstklassisch.
  • DigitalRev TV – Eigentlich ein Kameraladen mit angeschlossenem social Network. Der Youtube-Kanal ist aber wohl “the world’s most viewed and subscribed photography channel.” Gear reviews, solide Hands-On-How-Tos, unterhaltsame Aktionen mit bekannten Fotografen und alles ohne einem ständig irgendwas verkaufen zu wollen.

Und um jetzt mal den Menschen im ortsansässigen Fotofachgeschäft zu zitieren: “Now go out and take those funky shots.”

Super Mario Bros. 500 Punkte Run

Wie ihr alle wisst liebe ich (alte) Super-Mario-Spiele und Teil 1 und 3 muss ich auf dem NES mehrere tausend male angefangen und wenige male zu Ende gespielt haben. Der Typ in dem Video schafft es das Spiel durchzuspielen ohne ein einziges Item aufzusammeln, ohne einen einzigen Gegner zu erledigen und ohne eine einzige Sekunde am Ende jeden Levels übrig zu haben. Das führt dazu, dass er das Spiel mit der niedrigst-möglichen Punktzahl von 500 durchspielt. Meine Finger haben an einigen Stellen mutgezuckt, weil sie sich von alleine an die nötigen Tastendrücke erinnert haben und am Ende hatte ich schon vom Zuschauen schwitzige Hände.

How tough is that jump in 8-1? Well, the timing of the liftoff, the duration of holding the jump button, and the timing of the wall jump are all frame perfect. NES games run at 60 frames per second, which means all the necessary inputs need to be timed within 1/60 of a second. In addition, the starting position before running I used not only has to be on the right pixel, but also the x sub-pixel has to fall within a certain range (technical stuff blah blah blah). In short, it’s a pretty annoying jump.

[...]

I leave in the death to evidence my humanity, and to showcase how precise you need to be to pull off that wall jump. There is literally no room for error.

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The Cambridge Diaries V: As historic as it gets

Kein Besuch in England ist so richtig komplett, wenn man nicht in Stonehenge war. Die meisten Menschen werden die Steinkreise kennen und zumindest mich hat das schon von Kindesbeinen an fasziniert. Also habe ich, trotz des nassesten Januars seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, einen Tagesausflug bei einem kleinen lokalen Anbieter gebucht, mich im Sturm und in aller Frühe auf die Socken gemacht und bin in einem Minibus voller amerikanischer Studenten losgezogen.

Nach etwas über zwei Stunden Busfahrt waren wir dann vor Ort. Eine kurze Regenschauer unterm Dach des brandneuen Besucherzentrums überstanden, dann ging’s mit dem Bus ein paar hundert Meter weiter bis zu den Steinen. “You can listen to the audio guide, or I can tell you what it says in an hour in about 10 minutes.” Okay, also noch kurz dem Reiseführer zugehört, dann ging es endlich den kleinen Hügel hoch und ich stand direkt davor.

Wenn man sich auf diversen Reiseseiten im Internet informiert, dann liest man ja die wildesten Sachen: alles eingezäunt, kommt man überhaupt nicht mehr ran, alles doof, Katastrophe, kann man sich sparen. Das ist natürlich Blödsinn. Man kann nicht mehr direkt zwischen den Steinen durchlaufen, aber die einzige Abgrenzung ist ein Seil in ca. 40cm Höhe das einen an der nächsten Stelle bis ungefähr 20m ranlässt. Glücklicherweise verzogen sich nach ein paar Minuten sogar die Wolken und so konnte ich noch ein paar hübsche Fotos machen und die Atmosphäre dieses alten Ortes genießen. Das Besucherzentrum selbst ist ein kleines, aber hochmodernes Museum mit (natürlich) angeschlossenem Giftshop das sowohl die aktuelle Forschungslage präsentiert, als auch die Forschungsgeschichte illustriert und einen in einer riesigen 360°-Projektion den Sonnenauf- und -untergang aus der Mitte der kompletten Steinkreises heraus erleben lässt.

Weiter ging es nach einem Kaffee durch ein paar Kilometer hübsche Landschaft, in der das geübte (oder vom Reiseleiter angewiesene) Auge ein paar Spuren keltischer Zivilisation erkennen konnte, bis nach Bath. Einer kleinen Stadt mit römischem Kern und georgianischer Innenstadt. Hauptattraktion ist das römische Bad (hence the name) und ein paar sehr teure Häuser, die alle gleich aussehen, weil sie innerhalb von ~100 Jahren unter strengen Bau- und Materialvorgaben entstanden sind. Kann man mögen, muss man aber nicht. Funfact am Rande: wenn man über Römer spricht kommt man auch in Bath nicht um Trier herum. Eine der größeren Ausstellungsflächen im Bad ist einem Römer aus Deutschlands ältester Stadt gewidmet, der wohl zum Baden her kam und gleich mal einen Altarstein aufgebaut hat, auf den er den Namen seiner Heimatstadt schrieb.

Nach Hause hat es dann vier ganze Stunden gedauert, die Reise hat sich für mich aber absolut gelohnt. Wenn ihr also mal für länger auf die Insel kommt: Stonehenge nicht verpassen.

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Internetbeiträge von zweifelhafter Qualität