Free Speech

Es gibt ja so Ecken im Internet, da wird sofort “Zensur” geschrien, wenn man mal nicht jemandes Meinung ist und ihn nicht bei der Verbreitung seines offensichtlichen Unfugs unterstützen will.

Also noch mal für alles, das mit der freien Meinungsäußerung geht so:

XKCD #1357

Was über’s Fotografieren lernen

Seit ich Besitzer einer halbwegs vernünftigen Fotokamera bin ist es mir ein Anliegen damit auch richtig umgehen zu können. Das heißt nicht nur wissen was all die kleinen Knöpfchen machen, sondern sich auch fotografische Grundlagen drauf schaffen, damit am Ende gute (oder wenigstens brauchbare) Bilder rauskommen. Ressourcen dafür bietet das Internet genügend.

Da fotografieren ja ein optisches Medium ist kommt man mit dem klassischen Audiopodcast nicht so unfassbar weit. Für die weit verbreitete Gier nach Gear hier aber anderthalb Empfehlungen:

  • Happy Shooting - Deutscher Podcast, wie gesagt etwas Gear-lastig, dreht sich manchmal zu sehr um das eigene Universum, hat aber eine ganz nette Community, wenn man sich nach Google+ traut
  • Tips from the Top Floor – selbes Problem wie oben, da vom selben Menschen, aber auf Englisch. Stellenweise sehr cheesy (vor allem die Intromusik *schauder*), bespricht dafür viele interessante Hörerfragen

Die wesentlich wichtigere Quelle ist aber Youtube.

  • The Art of Photography – Ted Forbes ist studierter Fotograf und hat einen soliden fine art-Hintergrund. Die ersten Folgen behandeln fotografische Basics wie Blende, Brennweite, Bildgestaltung, später gibt es dann mal ein paar Videos zu bestimmten Kameras, Analogfotografie und Entwicklung, aber auch viel zu bekannten Fotografen und deren Werk. Dazu braucht man ein wenig Geduld, kann aber viel lernen.
  • Jared Polin – furchtbar lauter und unsympathischer Amerikaner, was er über Bilder und deren Gestaltung zu sagen hat ist aber erstklassisch.
  • DigitalRev TV – Eigentlich ein Kameraladen mit angeschlossenem social Network. Der Youtube-Kanal ist aber wohl “the world’s most viewed and subscribed photography channel.” Gear reviews, solide Hands-On-How-Tos, unterhaltsame Aktionen mit bekannten Fotografen und alles ohne einem ständig irgendwas verkaufen zu wollen.

Und um jetzt mal den Menschen im ortsansässigen Fotofachgeschäft zu zitieren: “Now go out and take those funky shots.”

Super Mario Bros. 500 Punkte Run

Wie ihr alle wisst liebe ich (alte) Super-Mario-Spiele und Teil 1 und 3 muss ich auf dem NES mehrere tausend male angefangen und wenige male zu Ende gespielt haben. Der Typ in dem Video schafft es das Spiel durchzuspielen ohne ein einziges Item aufzusammeln, ohne einen einzigen Gegner zu erledigen und ohne eine einzige Sekunde am Ende jeden Levels übrig zu haben. Das führt dazu, dass er das Spiel mit der niedrigst-möglichen Punktzahl von 500 durchspielt. Meine Finger haben an einigen Stellen mutgezuckt, weil sie sich von alleine an die nötigen Tastendrücke erinnert haben und am Ende hatte ich schon vom Zuschauen schwitzige Hände.

How tough is that jump in 8-1? Well, the timing of the liftoff, the duration of holding the jump button, and the timing of the wall jump are all frame perfect. NES games run at 60 frames per second, which means all the necessary inputs need to be timed within 1/60 of a second. In addition, the starting position before running I used not only has to be on the right pixel, but also the x sub-pixel has to fall within a certain range (technical stuff blah blah blah). In short, it’s a pretty annoying jump.

[...]

I leave in the death to evidence my humanity, and to showcase how precise you need to be to pull off that wall jump. There is literally no room for error.

IMG_1621 - Arbeitskopie 3

The Cambridge Diaries V: As historic as it gets

Kein Besuch in England ist so richtig komplett, wenn man nicht in Stonehenge war. Die meisten Menschen werden die Steinkreise kennen und zumindest mich hat das schon von Kindesbeinen an fasziniert. Also habe ich, trotz des nassesten Januars seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, einen Tagesausflug bei einem kleinen lokalen Anbieter gebucht, mich im Sturm und in aller Frühe auf die Socken gemacht und bin in einem Minibus voller amerikanischer Studenten losgezogen.

Nach etwas über zwei Stunden Busfahrt waren wir dann vor Ort. Eine kurze Regenschauer unterm Dach des brandneuen Besucherzentrums überstanden, dann ging’s mit dem Bus ein paar hundert Meter weiter bis zu den Steinen. “You can listen to the audio guide, or I can tell you what it says in an hour in about 10 minutes.” Okay, also noch kurz dem Reiseführer zugehört, dann ging es endlich den kleinen Hügel hoch und ich stand direkt davor.

Wenn man sich auf diversen Reiseseiten im Internet informiert, dann liest man ja die wildesten Sachen: alles eingezäunt, kommt man überhaupt nicht mehr ran, alles doof, Katastrophe, kann man sich sparen. Das ist natürlich Blödsinn. Man kann nicht mehr direkt zwischen den Steinen durchlaufen, aber die einzige Abgrenzung ist ein Seil in ca. 40cm Höhe das einen an der nächsten Stelle bis ungefähr 20m ranlässt. Glücklicherweise verzogen sich nach ein paar Minuten sogar die Wolken und so konnte ich noch ein paar hübsche Fotos machen und die Atmosphäre dieses alten Ortes genießen. Das Besucherzentrum selbst ist ein kleines, aber hochmodernes Museum mit (natürlich) angeschlossenem Giftshop das sowohl die aktuelle Forschungslage präsentiert, als auch die Forschungsgeschichte illustriert und einen in einer riesigen 360°-Projektion den Sonnenauf- und -untergang aus der Mitte der kompletten Steinkreises heraus erleben lässt.

Weiter ging es nach einem Kaffee durch ein paar Kilometer hübsche Landschaft, in der das geübte (oder vom Reiseleiter angewiesene) Auge ein paar Spuren keltischer Zivilisation erkennen konnte, bis nach Bath. Einer kleinen Stadt mit römischem Kern und georgianischer Innenstadt. Hauptattraktion ist das römische Bad (hence the name) und ein paar sehr teure Häuser, die alle gleich aussehen, weil sie innerhalb von ~100 Jahren unter strengen Bau- und Materialvorgaben entstanden sind. Kann man mögen, muss man aber nicht. Funfact am Rande: wenn man über Römer spricht kommt man auch in Bath nicht um Trier herum. Eine der größeren Ausstellungsflächen im Bad ist einem Römer aus Deutschlands ältester Stadt gewidmet, der wohl zum Baden her kam und gleich mal einen Altarstein aufgebaut hat, auf den er den Namen seiner Heimatstadt schrieb.

Nach Hause hat es dann vier ganze Stunden gedauert, die Reise hat sich für mich aber absolut gelohnt. Wenn ihr also mal für länger auf die Insel kommt: Stonehenge nicht verpassen.

IMG_1569 IMG_1576 IMG_1590 IMG_1604 IMG_1621 - Arbeitskopie 3 IMG_1632 IMG_1646 IMG_1689 IMG_1706 IMG_1713 IMG_1723 IMG_1726 IMG_1739 IMG_1742

Blogparade: Serien-Highlights

Der feine Herr Wortmann hat mich zu seiner Blogparade eingeladen.

Aufgabe:
Liste die 15 Serien auf, wo du der Meinung bist, die sollte man sich anschauen bzw. muss man gesehen haben.

Trotz zweifelhafter Grammatik der Fragestellung (;-)) hier also die unvollständige und ungeordnete Liste meiner Serien-Highlights.

  1. Six Feet Under
  2. Breaking Bad
  3. Game of Thrones
  4. Mad Men
  5. Californication
  6. Homeland
  7. Sherlock
  8. Arrested Development
  9. House of Cards
  10. Weeds
  11. Dexter
  12. Lost
  13. Star Trek: The Next Generation
  14. Firefly
  15. Die Simpsons

Hui, 15 ist ganz schön wenig. Da hätte ich noch ein bisschen weiter machen können.

IMG_1342

The Cambridge Diaries IV: Out and about

Man muss sich ja irgendwie beschäftigen. Irgendwie so, dass das Landesprüfungsamt am Ende nicht sagt: “Nö, nö, nö, so können wir das aber nicht als Bildungsaufenthalt durchgehen lassen.” Also der Versuchung ständig in der Bude zu sitzen und den ganzen Tag Top Gear zu gucken widerstehen, raus gehen, mehr Sachen zum Machen und Angucken suchen.

Gefunden habe ich erst mal die hübsche kleine Stadt Ely (/ˈiːli/). 20.000 Einwohner, sieht eher nach 6.000 aus, hat aber eine Kathedrale wie für 100.000. Außerdem hat Oliver Cromwell mal für ein paar Jahre da gewohnt, was die Sehenswürdigkeiten auch schon recht gut zusammenfasst. Das Städtchen ist aber an sich wirklich schön, hat einen netten kleinen Park und liegt sogar am Wasser.

Um das landeskundliche Erlebnis nicht nur auf klassische Kultur zu beschränken habe ich mich nach einem guten Tipp dazu entschlossen zu einem Fußballspiel ins lokale Stadion zu gehen. Der Ticketverkäufer hat mich mitten in die wildesten Cambridgefans gestellt, die Stimmung war aber sehr gut, auch wenn “wir” verloren haben. Niemand wurde verprügelt, was sämtliche Filme, die ich über englischen Fußball und seine Fans gesehen habe Lügen straft.

Dieses Wochenende hatte ich dann mal wieder Besuch. Der Chef und ein paar Kollegen waren da und neben der obligatorischen Tour durch Cambridge und London gab es auch etwas Gelegenheit das lokale Nachtleben zu erkunden.

IMG_1230 IMG_1260 IMG_1272 IMG_1288 IMG_1342 IMG_1352

Kreativität aus Enttäuschung

“I’m part of the generation that all we do is complain about the prequels and how they let us down … And if every one of us who complained about how the prequels didn’t live up to our expectations just would make our own sci-fi fantasy, then it would be a much better use of our time.”

Brian K. Vaughan über die Star Wars prequels und wie daraus doch noch etwas Gutes werden kann.

https://en.wikipedia.org/wiki/Saga_(comic_book)

IMG_0857

The Cambridge Diaries III: Into the overpriced beehive

Über’s Wochenende waren Frau und Eltern zu Gast. Einen Tag haben wir uns für Cambridge Zeit genommen, ich habe allen die schönsten Ecken gezeigt, die ich bisher finden konnte und lecker Essen und Trinken waren wir auch. Früh am nächsten Tag haben wir uns dann alle in einen Bus gesetzt und sind nach London gefahren.

London in zwei Wörtern: überbevölkert und überteuert. So gut wie Alles kostet mindestens 20 Pfund Eintritt. Eine Runde mit dem Riesenrad? 20 Pfund. Mal in den Tower? 20 Pfund. Madam Tussaud? 20 Pfund… falls man die Tickets vorher im Internet bestellt hat. Sonst 30. Günstiger sind die Towerbridgeausstellung in die man für 8 darf  und das Globe Theatre, in dem eine Führung für 12,50 zu haben ist.

Gemacht haben wir davon nichts. Wenn man nur zwei Tage in London ist kann man nämlich auch so Spaß haben. Unser Hotel befand sich in White Chapel, dem Viertel in dem Arthur Conan Doyle Jack the Ripper einst sein Unwesen trieb.  15 Fußminuten weiter steht man schon mitten auf der Tower Bridge und damit in einem der sehenswürdigkeitenreichsten Gebieten dieser Erde. Innerhalb von drei oder vier Stunden kann man die Millennium Bridge, das London Eye, The Shard, Big Ben, House of Parliament und St. Paul’s Cathedral sehen. Das haben wir gemacht, waren dann müde und sind mit der U-Bahn zurück nach Hause gefahren. Jedem der länger als zwei Tage bleibt empfehle ich den Kauf einer Oyster Card mit ein bisschen Pay-as-you-go Guthaben, das spart Zeit und Geld UND man fühlt sich wie ein cooler Londoner.

Tag zwei begann mit etwas Frust, weil eben alles zu teuer ist um mit gutem Gewissen den Eintritt zu bezahlen, wir ewig auf der Suche nach der richtigen Verkaufsstelle für die Coach-Tickets für unseren Rückweg waren und  dann auch noch die ewig lange Baker Street in die falsche Richtung gelaufen sind. Alles vergessen als wir erst mal in der Innenstadt waren und am Trafalgar Square etwas Nahrung zu uns genommen hatten. Von da aus ist es dann nämlich nicht mehr so weit bis zum Buckingham Palace inklusive Horse Guards Parade, Victoria Memorial und all den hübschen Bauwerken in dieser Gegend.

Das letzte was uns unsere geplagten Füße noch erlaubten war ein Abstecher in’s Kaufhaus Harrods. Einem Gebäude in dem anderswo mehrere sehr reiche Menschen wohnen und ihre ägyptische Innenausstattung bewundern würden. Hier verkauft man von der Luxushandtasche bis zum Haustier alles was der Bürger sich so an materiellen Dingen wünschen könnte. Es folgte eine kurze Nacht, eine Busfahrt zum Flughafen Stansted, an dem ich die Familie schweren Herzens wieder nach Hause schicken, musste um mich schließlich zurück nach Cambridge auf zu machen und noch ein Ründchen zu schlafen.

Ja, ist schon schön, dieses London. IMG_1025IMG_1108 IMG_0994 IMG_0967 IMG_0899 IMG_1069 IMG_1104

IMG_0399

The Cambridge Diaries II: Everyday things

Wenn sich die Aufregung über all die neuen Sachen gelegt hat und wenn man sich auch an der schönsten Innenstadtarchitektur satt gesehen hat (Trierer werden das kennen), dann ist es Zeit sich um die alltäglichen Dinge Gedanken zu machen. In dieser Phase befinde ich mich zur Zeit in Cambridge.

Den letzten neuen Teil der Innenstadt habe ich vor ein paar Tagen entdeckt (das fühlt sich übrigens immer so an wie wenn man in Assassin’s Creed einen neuen Teil der Map freischaltet) und so langsam kenne ich die Wege, weiß wo man einkaufen und Kaffee trinken kann, welchen Bus ich wo hin nehme und wo die richtigen Haltestellen sind. Jetzt ist es Zeit sich ein bisschen Beschäftigung zu suchen. Glücklicherweise geht das hier in günstig bis kostenlos und dazu noch schlau. Viele Teile der Uni haben ihr eigenes Museum und der Eintritt ist frei. Ein paar habe ich mir schon angeguckt, ein paar hebe ich mir noch für später auf und in mindestens zwei werde ich noch mal gehen müssen.

Was mich zusätzlich fasziniert ist rauszufinden wie “der Brite™” so tickt. Erkenntnis bisher: alle sind extrem freundlich. Kein Einkauf ohne “please, thank you, have a good day and a nice christmas”, keine enge Begegnung auf dem Bürgersteig ohne Entschuldigung und Dank wenn man sich gegenseitig Platz macht. Man verabschiedet sich hier sogar vom Busfahrer und der bedankt sich, dass man mitgefahren ist.

IMG_0399 IMG_0414 IMG_0427 IMG_0437 IMG_0481 IMG_0499 IMG_0572

Internetbeiträge von zweifelhafter Qualität