16
Nov 09

Der erste Nominierte für die dümmste Idee des Jahres ist: Niiu

Category: Internet, Netzwelt |

Blogs sind besser als Zeitungen!

Das stimmt, wenn auch nicht immer auf inhaltlicher Ebene, zumindest auf formeller und Technischer Ebene uneingeschränkt. Man kann multimediale Inhalte darstellen. Das gilt für Bilder auch noch beim klassischen toten Baum, aber spätestens bei Video und Audio Inhalten ist Schluss. Außerdem sind Blogs direkt interaktiv. Nutzer können Kommentare hinterlassen, die sofort erscheinen, es gibt Pingbacks und Trackbacks mit Hilfe derer sich die sogenannte Blogosphäre bildet und was zu Diskussionen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln führen kann. Der Platz für Leserbriefe und erst recht der für die Presseschau ist in Zeitungen dagegen sehr begrenzt und außerdem erscheinen solche Dinge frühestens am nächsten Tag und ohne einen direkten (auch räumlichen) Bezug zum Artikel zu haben. Der größte Vorteil der Blogs ist der des gesammten Internets. Sie sind schnell. So schnell, dass die Information, wenn sie am nächsten Morgen mit der Zeitung im Briefkasten liegt längst beleuchtet und durchdiskutiert, sprich veraltet ist.

An dieser Stelle kommt jetzt die Niiu ins Spiel. Eine individuell zusammenstellbare Zeitung, die in der letzten Folge der Fritz Radiosendung Trackback vorgestellt wurde. Neben den Artikeln verschiedener Print Publikationen bietet das Format ernsthaft an auch Blogartikel zu drucken und per Zeitung in Berlin zu verteilen. Worum sich im New-Media-Marketing Wahn anscheinend keiner Gedanken gemacht hat ist, dass man damit die essentiellen Funktionen von Blogs und damit ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber der alten Tante Zeitung abschneidet. Man kann nämlich weder Videos drucken, noch Links (nur URLs, aber nicht mal das tut man in dieser Zeitung laut Eigenaussage), Trackbacks oder schnelle Kommentare. Wie das jetzt dem Blogautor mehr Traffic bringen, oder warum man seine Beiträge Leuten kostenlos zur Verfügung zu stellen sollte, die bis dahin fleißig Geld damimit verdienen, bleibt schleierhaft. Nehmen wir jetzt mal noch an, dass ich Zeitungen in der Unibibliothek umsonst lesen kann, und das Angebot richtet sich anscheinend hauptsächlich an Studenten, dann bliebe ein Modell, bei dem ich für verkrüppelte Blogartikel zahlen soll, die ich umsonst, besser und schneller im Internet und per RSS Reader sogar komfortabler haben kann.


by fidepus | About the author:

Related Posts


Comments


Name (erforderlich)

Email (erforderlich)

Website

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Share your wisdom


Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany
This work by fidepus is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany.