Jeder Student der Uni Trier wird das kennen: Um den Besitz eines Vorhängeschlosses kommt man nicht herum, aber die verfluchten Dinger sehen alle gleich aus und als ob man nicht schon genug im Kopf hätte muss man sich jetzt auch noch merken welche Nummer der Spind hat, den man vor der Bib mit seinen unersetzbaren Habseligkeiten befüllte. Findet man also irgendwo mal ein Schlossmodell, dass nicht wie ein billiger chinesischer Abklatsch viel zu teurer europäischer Markenware aussieht schlägt man begeistert zu. So auch ich.
Das von mir gewählte Modell ist zwar sicher nicht das Sicherste, dafür war es aber auch nicht teuer und sieht, so dachte ich zum Zeitpunkt des Kaufes, echt ungewöhnlich aus. Klobig silbern und glänzend. Das sollte man doch auch ohne Nummer wieder finden. Stutzig hätte mich der Fakt machen sollen, dass es in einem Geschäft in direkter Uninähe verkauft wurde, da aber in der hintersten Ecke und das hat sicher sonst niemand entdeckt. Pustekuchen!
Es haben nicht nur relativ viele Leute dieses Schloss entdeckt und gekauft, ich habe auch ein recht seltsames Verhalten dieser Benutzergruppe beobachten können. Dazu muss man erstmal wissen, dass es zwar einige Besitzer gibt, diese aber noch sehr deutlich in der Minderheit sind. So findet man eigentlich zu jeder Tageszeit ein paar weitere Exemplare dieses Modells im Vorraum der Bibliothek. Klug wäre es jetzt sich in den jeweils gegenüberliegenden Ecken des Raumes zu verteilen um sein Schließfach trotzdem noch ohne gemerkte Nummer zu finden. Sei es jetzt, weil man den Anderen ärgern will, weil man sich einer besonders exklusiven Gruppe zugehörig fühlt und nicht alleine neben den Abus-Klonen hängen will, oder weil sich die Chromfarbe langsam löst und man durch Vergiftungserscheinungen bedingte Geistige Ausfälle zu beklagen hat: Kommt man vom Bildungsausflug aus den Bücherregalen zurück hängt mindestens ein weiteres dieser pseudo-exklusiven Metallstücke am direkt angrenzenden Schrank, so, dass man schon sehr genau überlegen muss welches denn nun das eigene ist und man sich nicht vor eventuell anwesenden Studenten dadurch blamiert, dass man stundenlang mit dem seltsam aussehenden kleinen Schlüssel an fremdem Eigentum herumschraubt und auch selbst belegt man, oft unbemerkt das Fach neben einem gleich aussehenden Schloss. Seltsam!

07
Jan 10
Das Vorhängeschloss-Problem-Spiel
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Posted on Donnerstag, Januar 7th, 2010 at 15:18 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.
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Hm… früher(TM) war es mal üblich, sein Schloß individuell zu gestalten – mit aufgeklebten Prilblumen, etwas Selbstgemaltem, einem drangeknüpften Bömmel oder (ganz klassisch) mit den Initialen des Besitzers (Edding is here to stay). Ist diese Kulturtechnik verloren gegangen oder einfach nur uncool? Sagt man das noch, “uncool”? Schöne Grüße aus der Vergangenheit.
ich hab das gleiche schloss vor 3 jahren in einem billig laden in der Innenstadt gekauft.
Werde es wohl grafisch aufmotzen müssen, wenn die dinger jetzt an jedem 2. spint hängen.
Oh, noch einer mit dem silbernen Ding.
Mysteriös ;-)
Gibt’s nicht irgendwo charakteristischere Schlösser? Obwohl, ich hab für mein Schloss ja schon einmal Geld ausgegeben …
@ Julius: Wie soll man denn da was draufmalen?
sag mal wie doof sind denn angehende akademiker? auf den tueren stehen nummern. sich die zu merken schafft jeder grundschueler.
Tja, mein Schloss ist so gestaltet, dass ich es aus 10 Metern Entfernung erkenne!
hm mich würde ja mal interessieren, wie ehm sicher die Teile sind *neugier*
Ich habe mich einige Wochen gefragt, was die ganzen Vorhängeschlösser bedeuten sollen, die so viele an ihren Taschen tragen. (Wenn man die Schließfächer nicht braucht…) Mich würde interessieren, ob es dieses Phänomen auch an anderen Unis gibt.
Damals als Studentin hatte ich eigens ein sehr merkwürdiges Schloss gekauft. mit einem auch optisch dazu passenden merkwürdigen Schlüssel (so einer mit kleinem Bart). Bloß waren da öfter mal merkwürdige Schlösser. Nicht genau in der Art des meinen, aber doch sehr ähnlich. Das war lästig.
Schließlich habe ich auf die silberne Rückseite meines Schlosses mit grünem Nagellack groß und deutlich meine Initialen gemalt. Man konnte es nur andersrum verwenden, da in der Front das Schlüsselloch war. Deshalb war vorn auch kein Platz für Initialen. Aber ich musste verdächtige Schlösser nur noch umklappen und wusste Bescheid.
‘s schon mal mit ‘ner Gravur versucht?!?
@ terter:
Was soll man sich in denn in der Bibliothek noch alles merken?!1!? Die Signaturen der Bücher, die Öffnungszeiten, die Nummer des Schließfachs? Was kommt als nächstes?!